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Anerkennung im Ausland erworbener Abschlüsse

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Bundesregierung verabschiedet Gesetzentwurf

Deutschland ist ein Zuwanderungsland geworden. Rund 20% der in Deutschland lebenden Menschen haben einen Migrationshintergrund. Viele der unmittelbar aus dem Ausland gekommenen Menschen haben in ihrer Heimat eine Ausbildung absolviert, deren Abschluss in Deutschland aber bislang entweder gar nicht oder nur mit großem Aufwand anerkannt wurde. Das könnte sich nun ändern.

Ende März verabschiedete die Bundesregierung einen Gesetzentwurf zur Anerkennung ausländischer Studien- und Berufsabschlüsse. Dieser richtet sich vor allem an Bürger aus sogenannten Drittländern, also aus Ländern, die nicht der Europäischen Union (EU) angehören. Innerhalb der EU gibt es bereits entsprechende Anerkennungsregeln.

Kern des Gesetzentwurfes ist, dass alle Ausländer in fast allen Berufen künftig einen Rechtsanspruch auf Prüfung ihrer Qualifikation bekommen. Diese Prüfung soll innerhalb von drei Monaten abgeschlossen sein. An ihrem Ende steht eine Mitteilung darüber, unter welchen Voraussetzungen ein im Ausland erworbener Abschluss als gleichwertig mit einem deutschen Abschluss betrachtet werden kann. Dies kann z.B. mit der Absolvierung einer Weiterbildungsmaßnahme verbunden sein. Darüber hinaus soll der Zugang zu sogenannten regelementierten Berufen, wie z.B. zu dem des Arztes, künftig nicht mehr an die deutsche Staatsbürgerschaft gekoppelt werden.

betroffen sind ca. 350 Ausbildungsberufe

Von dem Gesetz unmittelbar betroffen sind ca. 350 Ausbildungsberufe, die in die Zuständigkeit des Bundes fallen. Aber auch auf Berufe, die unter der Hoheit der Länder stehen, wie z.B. Lehrer und Erzieher, sollen die neu beschlossenen Regelungen Anwendung finden.

Die Schätzung über die Anzahl der Menschen, die zur Zeit aufgrund der Nicht-Anerkennung ihrer Abschlüsse in Deutschland unterhalb ihrer Qualifikation arbeiten, schwankt von 300.000 bis 500.000.

300.000 bis 500.000 arbeiten unterhalb ihrer Qualifikation

Gespannt darf man freilich sein, wie schnell das Gesetz, das am 01.01.2012 in Kraft treten soll, praktisch umgesetzt werden kann. Die Kriterien für eine Anerkennung sollen zwar vereinheitlicht werden, doch bei der Fülle der in Deutschland zuständigen Genehmigungsstellen dürfte es eine Weile dauern bis sich diese Kriterien überall durchgesetzt haben. Hinzu kommt, dass die Schwierigkeit der Vergleichbarkeit von im Ausland erworbener Abschlüsse mit denen, die in Deutschland erlangt wurden, nach wie vor besteht. Trotz einheitlichen Kriterienkatalogs dürfte es für die zuständigen Stellen nicht ganz einfach sein, einerseits die Voraussetzungen festzulegen, unter denen der jeweilige Abschluss anerkannt wird, andererseits aber nicht Gefahr zu laufen, den international immer noch als hoch angesehenen deutschen Berufsabschluss zu entwerten.

Das ändert jedoch nichts daran, dass das neue Gesetz ein längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung darstellt. Es signalisiert allen qualifizierten Kräften im Ausland, künftig nicht mehr um Deutschland herum einen Bogen zu schlagen – wie in der Vergangenheit häufig geschehen –, sondern rein zu kommen ins Land und sich hier eine Arbeit zu suchen. Die Chancen, dabei auch fündig zu werden, sind in Zeiten des Fachkräftemangels gut und werden vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Deutschland weiter steigen.

 

Randstad hilft Migranten bei der Integration 

Als größtes Personaldienstleistungsunternehmen in Deutschland ist auch Randstad stets auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern, sei es im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) oder für die direkte Personalvermittlung. Dabei nimmt sich Randstad, dessen Muttergesellschaft in den Niederlanden angesiedelt ist, der in Deutschland lebenden Migranten in besonderer Weise an. Das Unternehmen hat sich in entsprechenden Netzwerken organisiert und Strategien entwickelt, die die Integration dieser Menschen in den deutschen Arbeitsmarkt fördern. Hierzu gehört auch die Beschäftigung sogenannter Integrationsmentoren, die als eine Art ‚Lotse‘ den Integrationsprozess begleiten. Mit dem neuen Anerkennungsverfahren werden diese Aktivitäten noch wichtiger. Denn auch Randstad ist in Zukunft mehr denn je auf die Fähigkeiten und Kompetenzen der in Deutschland lebenden Migranten angewiesen.


Der Autor ist Manager Arbeitsmarktprojekte bei Randstad Deutschland GmbH & Co. KG in Eschborn.

Sie erreichen ihn unter
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

www.randstad.de

 

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