Feigenblatt Lepsius-HausHöchste Kunst der Diplomatie ist, wenn man trotzdem weiter redet. Anscheinend müssen wir – masochistisch wie wir sind – es immer wieder über uns ergehen lassen, dass Funktionsträger uns unwidersprochen zum Narren halten. Mit keinem Wort hat der Kulturstaatsminister Bernd Neumann zur Eröffnung des Lepsius-Hauses in Potsdam das „G“-Wort in den Mund nehmen können und gleichzeitig behauptet er darin seine Überzeugung:
„So lange Verbrechen - wie die an den Armeniern - als solche nicht beim Namen genannt werden dürfen, solange sie verschwiegen oder bagatellisiert werden, so lange blendet eine Nation einen Teil ihrer eigenen Geschichte aus und wird der Opfer, ihrer Würde und ihrer Identität nicht gerecht.“
Die reale Welt duldet soviel Widerspruch wie sie Vertrauen verhindern will.
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Einsame Straße im Snagesur.
Der Rückzug ohne Lied.




