StartAktuelle AusgabeGesellschaft & Politik“Hem Ziyaret, Hem Ticaret” Kirche sieht Geld bei der Eröffnung der Kirche von Diyarbakir

“Hem Ziyaret, Hem Ticaret” Kirche sieht Geld bei der Eröffnung der Kirche von Diyarbakir

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Primas der Ost-Diözese Erzbischof Khajag BarsamianDas im Titel Gesagte meint, dass man Geschäfte macht, während man irgendwo zu Besuch ist, also das Geschäft mit dem Vergnügen verbindet. Der Primas der Ost-Diözese (gemeint ist die Armenische Kirche der US-amerikanischen Ostküste, Anm. Red.) Erzbischof Khajag Barsamian führte, zusammen mit Erzbischof Viken Ayvazian, einem anderen der Diözese angehörenden Geistlichen, eine Pilgergruppe von Gemeindemitgliedern zur großen Wiedereröffnung der St. Giragos Kirche in Diyarbakir an, die Ende Oktober stattfand.

Laut „Hürriyet Daily News“ war diese nicht die einzige Delegation, die sie anführten. Laut der Zeitung leiteten die beiden Kirchenführer eine Delegation von 26 armenisch-amerikanischen Geschäftsleuten, die Berichten zufolge, Investitionen in der Türkei mit dem Istanbuler Bürgermeister Kadir Topbas und dem türkischen Unternehmer Ahmet Calik von der Calik Holding, eines der größten Unternehmen der Türkei, erörterten.

Da eine solche Serie von Geschäfftstreffen sicherlich nicht in der letzten Minute geplant sein kann, kann man schließen, dass in der Planung dieser Pilgerreise zur historischen St. Giragos Kirche das Geschäftemachen mit türkischen Geschäftsleuten – letztendlich mit der Türkei –, bereits auf der Tagesordnung derjenigen war, die diese religiöse Reise unternahmen.

In seiner Berichterstattung aus Diyarbakir beobachtete der „Armenian Weekly“-Herausgeber Khatchig Mouradian Folgendes: „Durch die Surp Giragos Stiftung und mit Hilfe der örtlichen kurdisch kontrollierten Stadtverwaltung renoviert, stand die Kirche, die Zeuge eines Jahrhunderts der Zerstörung, Verwahrlosung und Leugnung wurde, jetzt trotzig wie eh und je zu den Kräften, die die Freiheit in der Türkei unterdrücken. Und als die Gläubigen der verschiedenen Religionen unisono beteten, konnte niemad etwas mit der politischen Botschaft anfangen.“

Ein Mitglied der Delegation von Erzbischof Barsamian, ein führender weltlicher Diözesanleiter, Oscar Tatosian, sagte, wie verlautet, „Hürriyet“, dass  das Treffen mit Calik im Sinne des Dialogs sehr wichtig war. „Hürriyet“ zitierte den in Chicago und New York ansässigen Unternehmer wie folgt: „Unsere Leute sollten zusammen kommen und eine Tasse Tee trinken. Der Dialog beginnt mit Kunst, Kultur akademischer Zusammenarbeit und Handel. Der Rest wird dann folgen.“ Das ist leider Ankaras Darstellung, die verlangt, dass die Armenier die Suche nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Sicherheit beiseite lassen sollen, um einfach nur Geschäfte zu machen.

„Hürriyet“ charakterisiert Tatosian mit den Worten, dass die armenische Gemeinschaft im Ausland von der türkischen Bevölkerung fälschlicherweise als homogen wahrgenommen wird. Laut „Hürriyet“ fügte er hinzu, dass viele eine gute Beziehung zu den Türken wollten. Das ist seit langem eines der meist offensivsten und durchsichtigsten Fallen, die die türkische Regierung aufgestellt hat: Armenier dazu zu verführen, sich in „gute“ Armenier (von Ankara akzeptable) und in „schlechte“ Armenier (diejenigen, die nicht den türkischen Befehlen Folge leisten) zu spalten. Diese destruktive, selbst aufgezwungene und demütigende Unterscheidung ignoriert die öffentliche Meinung und beleidigt all diejenigen, einschließlich der großen Mehrheit der Mitglieder der Diözese, die ohne Zweifel glauben, dass der Wunsch nach einer „guten Beziehung“ mit der Türkei nicht auf Kosten unserer nationalen Geschichte, Rechte, Sicherheit oder Würde zustande kommen muss.

[„Hürriyet“ und deren türkisch-armenische Korrspondentin Vercihan Ziflioglu sind bekannt für Ihre Verdrehungen von Zitaten ihrer Gesprächspartner.  Ich habe es aus erster Hand erfahren. Wir laden Herrn Tatosian ein, die Ausführungen zu erörtern, falls Klarheit zugesichert wird. Gleichwohl steht das Treffen zwischen dem Geschäftsmann und dem Bürgermeister von Istanbul, um Geschäftschamcen zu erruieren  im Mittelpunkt dieses Kommentars. A.K.]

In der Tat war die große Wiedereröffnung der St. Giragos Kirche eine ergreifende politische Botschaft und eine der vielen Aspekte des Krieges gegen die enteigneten armenischen Beitztümer durch die gegenwärtige türkische Regierung, die die zerstörerische Politik des Osmanischen Reiches fortsetzt.

Auf den ersten Blick sind die Bemühungen des Erzbischofs Barsamian, Gemeindemitglieder zu sammeln, um sie auf einer historischen Pilgerreise zu führen, nichts anderes als löblich. Aber was dobios ist, ist seine Rolle beim Engagement für einen schädlichen „Dialog“ mit Geschäftsinteressen von Privatpersonen und dem Staat hinter ihnen, der ein mächtiges Eigeninteresse an der Nutzung ihrer ökonomischen Resourcen hat (viele davon durch den Armenischen Genozid entstanden), über die Partnerschaft mit Armeniern, aber als Alibi-Partner, um sie in die Früchte ihrer Verbrechen mit einzuschließen.

Was noch suspekter ist, ist die Beteiligung (Führung) des Primas an solch einer Unternehmung angesichts seiner Rolle bei den Bemühungen im Kongress um die „Rückgabe der Kirchen“ in diesem Sommer. Seine neue Rolle als Händler wirft eine große Frage auf: Welches Geschäft machen religöse Führer in der Wirtschaft, insbesondere in der Türkei? Hat die Kirche ihre Rolle von der Seelsorge nun plötzlich auf die Erleichterung der finanziellen Einnahmen für ihre Mitglieder ausgeweitet?

Überdies tappen die zwei Kirchenführer und deren Delgation, in dem sie der Beteiligung an diesem Treffen zustimmen, direkt in die Falle, die die türkische Regierung augfgestellt hat, deren Außenminister Ahmet Davutoglu äußerte bei etlichen Gelegenheiten seinen Wunsch, sich mit Diaspora-Führern zu treffen, um ein freundliches Image der Türkei aufzubauen, als Teil einer gut abgestimmten Politik der Genozidleugnung.

Wie leicht sind Menschen gewillt, Spielfiguren der türkischen Propagandamaschine zu werden? Diese armenisch-amerikanischen Geschäftsleute mögen persönlich von ihrem Verhalten profitieren. Aber es ist auf der moralischen Ebene vollkommen unakzeptabel, dass der Primas der Ost-Diözese der Armenisch-Apostolischen Kirche in Amerika sich an solch einem eklatanten Kniefall beteiligt und in praktischer Hinsicht fällt die Sache weit außerhalb seiner kirchlich-religiösen Mission.

Es ist kein Geheimnis, dass die Diözese eine der Unterzeichner einer Erklärung war, die stramm die gefährlichen und verhängnisvollen türkisch-armenischen Protokolle unterstützte. Es scheint so zu sein, dass der Erzbischof Barsamian und seine Freunde die Notiz nicht erhalten haben, dass das Abkommen, mit den Worten des Präsidenten Sarkisian alles andere als tot ist. (Armenien sollte seine Unterschrift von diesen Dokumenten zurückziehen, da sie noch ernsthafte Gefahren für die nationale Sicherheit Armeniens darstellen.)

Die Tatsache, dass 26 Geschäftsleute in der Delegation des Erzbischofs waren, signalisiert, dass jemand Profit machen will und dass der Primas der perfekte Deckmantel für die Geldabzocker ist, deren fragliche Moralvorstellungen und Skrupellosigkeit es ihnen erlauben, auf unseren nationalen Interessen und Sehnsüchten zu trampeln. In den frühen 1990er Jahren hatte Hrair Hovnanian in dieser Hinsicht einen frühen Standard gesetzt, als er, angetrieben von seiner Gier, mit dem damaligen Präsidenten Levon Ter-Petrosian zusammen ein türkisches Hafenentwicklungsprojekt in Trabizon verfolgte, das ihn um Millionen von Dollar reicher gemacht hätte.

Als ein Führer der Diözese der Armenischen Kirche sollte der Erzbischof Barsamian seine fraglichen Handlungen vor der Öffentlichkeit erklären oder seine Kurzsichtigkeit und das große Defizit an moralischer Führerschaft werden für immer die Gewinne schmälern, die durch die Botschaft der Wiedereröffnung der St. Giragos Kirche erzielt wurden. 


Aus dem Amerikanischen von Suren Knolle-Akyüz. Abdruck mit freundlicher Genehmigung von „Asbarez“. Erstveröffentlichung in www.Asbarez.com

http://asbarez.com/98919/ham-ziyarat-ham-tidjarat-eastern-diocese-sees-in-diyarbakir-church-opening/

 

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Diaspora & Rückkehr

Es ist viel über den Begriff und die Sache „Diaspora“ gesagt worden. Anscheinend ist es so, dass man sich gerade als Mitglied der Diaspora in einem herausgehobenen Sinn mit einer gewissen Permanenz damit beschäftigt, wer man ist und wohin man gehört. Neben dieser Überlegung begegnen einem begriffliche Verwirrungen, dass neben der armenischen Diaspora auch z. B. von der türkischen Diaspora gesprochen wird. >>weiter

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